Leben in der wassergefüllten Wagenspur PDF Drucken E-Mail
Im Wald und in der Wiese, im Steinbruch oder in der Sandgrube sind Wegvertiefungen in Form von Wagenspuren  zwar Bodenschädigungen, aber auch Biotopveränderungen, die für viele Tiere mittlerweile bedeutende Nischenlebensräume darstellen.
Meist sind solche Furchen oder Mulden nicht sonderlich tief und füllen sich daher recht schnell mit Wasser, bilden somit einen ganz besonderen Lebensraum. Die Temperatur in solchen Spurrinnen kann schnell ansteigen und damit Vegetationsformen fördern, die Wasser und Wärme gleichermaßen zu ihrer Entwicklung benötigen.
Es entstehen Klein-und Kleinstbiotope mit einem oft reichhaltigen Leben.
Kröten und Frösche, Molche, Libellen sowie eine Vielzahl weiterer Insekten vollziehen in Wagenspuren ihre Entwicklung -und sind dort vielfach ungefährdeter und ungestörter als in Teichen und Tümpeln der offenen Landschaft.
Fressfeinde werden längst nicht so schnell auf solch unscheinbare, kleinräumige Wasserstellen aufmerksam und davon angelockt.
Allerdings sorgen länger anhaltende Trockenheit und ausbleibender Regen dafür, dass vieles vom Wasserleben vorzeitig abstirbt oder, etwa bei den Amphibien, seine Entwicklung beschleunigt verlaufen lässt.
Abgesehen von sich verändernden Wasserständen, Abweichungen in der Stoffumsetzung des Wassers, Trockenperioden und Vegetationsschwankungen gibt es allerdings noch ein Katastrophenereignis, das dem Leben in der Fahrrinne ein schnelles Ende setzt: Ein einziger Wagen zur falschen Zeit, nämlich während des Sommers, kann alles zunichtemachen, was sich an vielfältig miteinander vernetzten Lebensgemeinschaften aufgebaut hat.
 
 
Wagenspur01      Wagenspur02
 
Wagenspur03      Wagenspur04
 

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